Services zur Biodekontamination im Prüflabor

Das moderne mit einem Isolator ausgestattete Prüflabor der Valicare erfüllt die Anforderungen an GMP & GLP und an die DIN EN ISO 14644 Norm

 

Wir prüfen die Qualität Ihrer biologischen Indikatoren, BIs, und unterstützen Sie mit speziellen Labordienstleistungen bei der Prozessentwicklung und Prozessvalidierung Ihrer Isolatoren.

Das ValicareLab ist ein qualifiziertes Prüflabor, in dem wir umfassende Qualitätstests für biologische Indikatoren (BIs) durchführen, die bei der Entwicklung und Validierung von wasserstoffperoxid-basierten Biodekontaminationsprozessen verwendet werden. Das Prüflabor der Valicare s.r.o. in Trenčianska Turná, in der Nähe der Stadt Trenčín, ist so konzipiert, dass es den die Anforderungen der guten Herstellungs- und Laborpraxis, GMP und GLP, und der Reinraumnorm ISO 14644 gerecht wird.

 

Das ValicareLab ist mit einer Sonderausführung des Klenzaid ®STI-Isolators ausgestattet, der in einer ISO-Klasse 8_Umgebung installiert ist. Klenzaids, ein Joint-Venture-Mitglied der Syntegon Technology GmbH, ist ein führender Hersteller von Aseptik-, Bioclean- und Containment-Ausrüstungen mit Sitz in Indien (Mumbai).

Valicare-Experten arbeiten in Übereinstimmung mit den EMA- und FDA-Standards und den Richtlinien für cGMP/GMP und GLP. Sie bieten qualitativ hochwertige Labor-Dienstleistungen an, die den regulatorischen Anforderungen folgen und den spezifischen Wünschen der Kunden entsprechen.

Die Labortätigkeiten werden in Übereinstimmung mit unserem Qualitätsmanagementsystem durchgeführt, dass nach DIN EN ISO 9001:2015 aufgebaut ist, stetige Verbesserungen garantiert und jährlich von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle überwacht wird.

Zu unseren Labordienstleistungen gehört die Qualitätssicherung der BIs ebenso wie vorbereitende und unterstützende Prüfungen kundenspezifischer Sterilisationsrezepte und die Durchführung von Materialstudien

Im Einzelnen umfasst das die folgenden Prüfungen:

  • D-Wert-Bestimmung zur Überprüfung der Beständigkeit biologischer Indikatoren (BIs) unter definierten Standardbedingungen gegenüber der spezifizierten Sterilisationsmethode gemäß ISO 11138: 2017 und gemäß der Anleitung zur Interpretation der Ergebnisse, ISO 11138-7:2019
  • D-Wert-Bestimmung nach kundenspezifischen Anforderungen (z.B. Feuchte, Temperatur, Luftströmung)
  • Bestimmung der Sporenzahl und Identifizierung der Gattung Geobacillus
  • Prüfung kundenspezifischer Sterilisationsrezepte (H2O2-Konzentration, Feuchtigkeit, Temperatur)
  • Erstellung von D-Wert-Studien (Materialstudien)
  • Prüfung von neu entwickelten BIs
  • Entwicklung von Biodekontaminationsprozessen für spezifische Beladungsmuster von Isolatoren

Schnelle und verlässliche Ergebnisse mit GMP-konformer Dokumentation sind für uns selbstverständlich.

Kontaktieren Sie uns frühzeitig, wenn wir Ihre BIs in Vorbereitung auf die Prozessentwicklung und ‑Validierung Ihrer Isolatoren prüfen sollen oder Sie andere spezielle Tests zur Vorbereitung darauf wünschen.

Gerne und flexibel erweitern wir unser Leistungsportfolio im Rahmen unserer Möglichkeiten.

  • Charakterisierung biologischer Indikatoren (BIs) für Dekontaminationsprozesse mit gasförmigem Wasserstoffperoxid

    Die Verfahren der Keimzahlbestimmung und der D-Wert-Ermittlung sind gängige Praxis zur Charakterisierung und Qualitätsprüfung von BIs.

     

    Sterilisationsprozesse, die der aseptischen Abfüllung von Arzneimitteln vorausgehen oder sie begleiten, müssen nachweislich funktionieren (EU GMP, Vol. 4, Annex 1).

    Um die Wirksamkeit von Dekontaminations- und Sterilisationsprozessen zu bestätigen, werden Sporen spezieller Bakterien als biologische Indikatoren (BIs) eingesetzt. Sowohl für Sterilisationsprozesse in Autoklaven als auch für Dekontaminationsprozesse mit gasförmigem Wasserstoffperoxid (H2O2) in Isolatoren nimmt man gewöhnlich die Sporen von Geobacillus stearothermophilus.  

    Diese Sporen sind als Modellsystem sehr gut geeignet, da sie besonders widerstandsfähig sind. Die Kultivierung von Geobacillus stearothermophilus erfolgt bei relativ hohen Temperaturen (55–60°C), wodurch die Testauswertung spezifischer wird.

    Bei den BIs für Dekontaminationsprozesse werden die Sporen, die in Form einer Monoschicht auf Edelstahlträger aufgebracht sind, zur besseren Handhabung in Tyvek®-Briefchen eingeschweißt. Obwohl diese Folie für H2O2 durchlässig ist, stellt sie für den mit Sporen beimpften Träger eine Diffusionsbarriere und somit ein Worst-Case-Szenario dar.

    Nach dem Einsatz werden die Träger aus den Tyvek®-Briefchen in Nährmedien überführt und inkubiert. Zeigt sich nach sieben Tagen kein Wachstum, wurden durch den wirksamen Dekontaminationsprozess alle Sporen auf dem Träger abgetötet.

    Überführung der Sporenträger in Nährmedium

    Überführung der Sporenträger in Nährmedium


    Dekontaminationsprozesse sollen üblicherweise eine 6-log-Reduktion von Mikroorganismen erbringen. Um diesen Nachweis führen zu können, muss ein BI mit mindestens 106 Sporen belegt sein.

     

    Darüber hinaus sollen die Sporen eine definierte Resistenz besitzen. Diese ist Schwankungen unterworfen, da die Sporen ein nicht-kalibrierbares biologisches System darstellen. Mit dem D-Wert (Dezimale Reduktionszeit) lässt sich ein Kennwert für die Resistenz einer spezifischen BI-Charge ermitteln. In ein und demselben System bestimmt, lassen sich über die D-Werte verschiedene Chargen hinsichtlich ihrer Resistenz vergleichen. Zudem ergeben sich dabei Erkenntnisse über das Abtötungsverhalten einer Charge und eventuell auftretende hyperresistente Indikatoren („rogue BIs“, „late survivors“ oder auch „anomalous BIs“). Eine Charge, die solche Indikatoren enthält, sollte nicht zu Validierungszwecken eingesetzt werden, da hierdurch falsch positive Ergebnisse entstehen können.

    In der Norm DIN EN ISO 11138-7:2019-11 sind die Modalitäten festgelegt, die für die Bestimmung einer validen Keimzahl und eines validen D-Werts zur Charakterisierung und Qualitätsprüfung von BIs einzuhalten sind.

    Unsere Experten für Isolatoren unterstützen Sie optional bei den folgenden Themen:

    Keimzahlbestimmung 

    Die Keimzahlbestimmung erfolgt gemäß DIN EN ISO 11138-7:2019-11: Sterilisation von Produkten für die Gesundheitsfürsorge – Biologische Indikatoren – Teil 7: Leitfaden für die Auswahl, Verwendung und Interpretation von Ergebnissen (ISO 11138-7:2019); Deutsche Fassung EN ISO 11138-7:2019 aus vier Einzelproben nach der Hitzeschock-Methode.

     

    Bestimmung des System-D-Werts

    Die Bestimmung des System-D-Werts erfolgt in Anlehnung an DIN EN ISO 11138-7:2019-11: Sterilisation von Produkten für die Gesundheitsfürsorge – Biologische Indikatoren – Teil 7: Leitfaden für die Auswahl, Verwendung und Interpretation von Ergebnissen (ISO 11138-7:2019); Deutsche Fassung EN ISO 11138-7:2019 aus 30 Probengruppen mit jeweils 10 oder 20 Einzelproben und einem Entnahmeintervall von einer Minute.

    Der D-Wert wird nach dem Begrenzten Holcomb-Spearman-Karber-Verfahren (LHSKP) ermittelt.

    Die Bestimmung des D-Wertes erfolgt in einem standardisierten System. Darüber hinaus kann ein Kunde aus vordefinierten Werten von H2O2-Konzentration und relativer Feuchte wählen, um eine D-Wert-Bestimmung möglichst nahe an seine Bedingungen anzupassen.

     

    Keimidentifizierung mittels API 50

    Die Keimidentifizierung erfolgt mittels eines API® 50 CHB/E-Tests von bioMérieux. Parallel wird der zu identifizierende Stamm als KWIK STIK™ mitgeführt.

    Diese Eingangsqualifizierung und Qualitätsüberprüfung der BIs erfolgt im Testlabor der Valicare unter Einsatz eines Isolators im Pharmamaßstab.

    Kontaktieren Sie uns bitte rechtzeitig, wenn wir Sie bei der Prozessentwicklung und -validierung Ihres Isolators unterstützen sollen und der Einsatz von BIs geplant ist. Wir führen eine vollständige Eingangsprüfung Ihrer BI-Charge durch und stellen Ihnen für den Entwicklungs- und Validierungsprozess ausreichend charakterisierte BIs zur Verfügung.

    Nutzen Sie den Vorteil von BIs, die unter realen Bedingungen im Isolator getestet und charakterisiert wurden. Wenn auch Sie H2O2 zur Dekontamination in Ihrem Isolator einsetzen, erhalten Sie den D-Wert für Ihre BIs in ihrem Anwendungsbereich verlässlich ermittelt und eine Aussage zu Anomalien.

    Das erspart viel Zeit bei der Entwicklung und Validierung des Biodekontaminationsprozesses.

  • Materialstudien zur Biodekontaminationswirkung

    Die mikrobiologische Dekontaminationswirkung an Oberflächen durch Wasserstoffperoxid variiert deutlich in Abhängigkeit vom verwendeten Material

    Das zeigt eine Studie, “Suitability of different construction materials for use in aseptic processing environments decontaminated with gaseous hydrogen peroxide”, die von Experten der Syntegon Technology GmbH durchgeführt und 2007 veröffentlicht wurde.

    49 potentiell in aseptischer Verarbeitungsumgebung verwendete Materialien werden mit Sporen von Geobacillus stearothermophilus ATCC®12980TM beimpft. Zur Erfassung der individuellen Inaktivierungskinetik, wurden die beimpften Materialien über definierte Zeiträume reproduzierbaren wasserstoffperoxid-basierten Biodekontaminationsprozessen ausgesetzt und wiederholt D-Werte bestimmt.

    Die Auswertung weist daraufhin, dass sowohl die chemische Zusammensetzung des Materials als auch die Beschaffenheit der Oberfläche Auswirkung auf die Resistenz der eingesetzten Sporen hat. Die berechneten D-Werte zeigen eine gewisse Korrelation zur Rauheit sowie der Benetzbarkeit der Materialien. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

    Valicare bietet die Durchführung ebensolcher Materialstudien an. Die mit Sporen von Geobacillus stearothermophilus beimpften Materialien werden dazu im Valicare eigenen Isolator über definierte Zeiträume reproduzierbaren Biodekontaminationsprozessen mit gasförmigem Wasserstoffperoxid ausgesetzt und die D-Werte bestimmt. Diese ermittelten D-Werte sind ein Maß für die materialabhängige Resistenz der Sporen.

    Sprechen Sie unsere Experten an, wenn Sie Fragen zur Vorgehensweise haben oder mehr über unsere Materialstudien wissen möchten.

Wir sind für Sie da

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